Mittsommerritt über den Grünen Ring

Schon vor einiger Zeit hatte ich was von der Fahrt über den 2. Grünen Ring (Mehr Infos zum Grünen Ring: https://www.hamburg.de/gruenes-netz/3907110/die-gruenen-ringe/) zur kürzesten Nacht des Jahres im Internet und bei Facebook gelesen. Dann hatte Lars Jessen eine Veranstaltung bei Facebook eingestellt und ich hatte mal loses Interesse bekundet.

Jetzt war schon der 21.6. – Mittsommer – die kürzeste Nacht des Jahres steht vor der Tür. Auf der Arbeit relativ ruhig, da in einigen Bundesländern Brückentag ist aufgrund von Fronleichnam, da beginnen die Gedanken zu kreisen. Ist das schaffbar? Bist Du fit genug? Welches Rad? Wie kommt man mitten in der Nacht von Teufelsbrück zurück nach Finkenwerder? Wie lange werde ich wohl brauchen und welche Fähre ist dann die richtige? Ist eine Rückfahrt durch den alten Elbtunnel eine Option?

Nightride auf unbekannter Strecke hab ich noch nie gemacht, bislang immer nur auf bekannten Strecken im Dunkeln unterwegs gewesen. Im Wald bei Nacht schon über 20 Jahre nicht mehr. Reicht das Licht am AWOL dafür aus?

Nach kurzer Diskussion mit der besten Ehefrau von Allen den Status bei Facebook von „interessiert“ auf „nimmt teil“ geändert (das geht viel zu schnell und viel zu einfach…). Dann angefangen, meine Siebensachen zusammen zu packen. Lenkertasche oder Satteltasche? Reichen für unterwegs Weste, Armlinge, Knielinge und eine kurz/kurz-Montour? Sicherheitshalber noch eine Regenjacke eingepackt – gute Idee, auch wenn es die ganze Zeit trocken geblieben ist. Wettervorhersage gecheckt und Hundegitter ausgebaut, damit ich das Rad im Kofferraum transportieren kann.

Dann war es auch schon halb 9 und ich hab mich von der Familie verabschiedt und auf den Weg nach Finkenwerder gemacht. Noch kurz Tanken, Verkehrslage checken und auf die Autobahn.

Gegen halb 10 dann am Treffpunkt im Rüschpark eingerollt, die ersten Mitfahrer schon da. Viele neue Gesichter mit bekannten Namen – Schön Euch alle mal „live“ gesehen zu haben.

Sonnenuntergang im Rüschpark

Den Sonnenuntergang im Rüschpark genossen und dann kurz vor der geplanten Zeit auf den Weg gemacht. Im zügigen Ritt durch Finkenwerder, schon an der ersten Ampel froh, kurz durchschnaufen zu können. Entlang der „neuen“ Umleitungsstrecke wurde es mir schon das erste Mal zu schnell – das kann ja heiter werden.

Zügig war die B73 über breite Schotterwege, guten Asphalt und den ersten „Singletrail“ mit viel Gestrüpp erreicht, einmal durch schnaufen und dann in den schwersten Anstieg des Tages. Gut, dass ich mit 28/32 unterwegs war, mit 34/32 wäre die Schiebepassage deutlich länger ausgefallen. Aber – für mich zu diesem Zeitpunkt beruhigend – ich war nicht der letzte/langsamste in der Runde. Das sollte sich später leider ändern…

Im Harbuger Stadtpark am Außenmühlenteich war ich das erste Mal erstaunt, wieviel in dieser Nacht in Hamburg los war. Viele Spaziergänger, viele Gruppen, die sich in den Parks tummelten, viele Partys in den Schrebergärten. Immer freundliche Zurufe (oder ignorieren), nur 1 mal Anpöbeleien, was wir da für einen Mist machen…

Entlang des Neuländer Sees durch die matschigste Passage des Tages durch weitere Schrebergärten zu einem meiner persönlichen Highlights der Nacht: Die Querung der Süderelbe auf dem Radweg direkt neben der A1. Auch wenn es anstrengend war: ein toller Ausblick und ein schönes Gefühl.

Entlang der Deiche im schnellen Ritt nach Wilhelmsburg und Georgswerder, auch hier noch das gute Gefühl, zwar langsam zu sein aber nicht der Langsamste der Truppe. Auch wenn ich zwischenzeitlich das große Kettenblatt nicht mehr nutzen konnte (ich dachte zuerst: Schaltzug gerissen) und auf dem kleinen Blatt mit 28/12 ordentlich kurbeln musste, um dranbleiben zu können im Flachen.

Leider haben sich die beiden langsameren Mitfahrer in Veddel ausgeklinkt – kurz drüber nachgedacht, ob das auch für mich eine Option ist. Aber nein, es läuft ja ganz gut und bis Allermöhe wirst Du bestimmt mithalten können. Das war heimlich als Zwischenziel gesetzt. Auf Entenwerder wenigstens mal ein kurzes Stück über bekanntes Terrain rollen (dem Hansegravel sei dank!). Ein Mitfahrer, der auf der Elbbrücke noch hinter mir war, war „verschwunden“, hatte sich aber über Facebook „abgemeldet“. Jetzt hatte ich endgültig die rote Laterne.

Die Zwangspause durch Sebastians Plattfuß auf dem Sperrwerk Billwerder Bucht dankbar angenommen, um mal durchschnaufen zu können. Und da auch endlich mal wieder Zeit gehabt, ein Foto zu schießen. Fotos wirds von dieser Tour nicht so viele geben.

Im schnellen Ritt ging es entlang des Deichs in Richtung Allermöhe – Halbzeit greifbar! Dort habe ich dann irgendwann den Kontakt zur Gruppe verloren und auch den Track aus den Augen verloren, daher etwas „abgekürzt“ und nicht den Eichbaumsee umrundet sondern auf der Pussy-Lane direkt zur Tankstelle. Trotzdem waren die anderen vor mir dort.

Mein Garmin war mittlerweile bei deutlich unter 50% Akku-Ladung, obwohl ich die ganze Zeit ohne Beleuchtung gefahren bin und nur mal kurz das Licht angemacht habe zur Orientierung. Ersatz-Akkus hatte ich zwar zu Hause bereit gelegt aber wohl in der Lenkertasche vergessen. Also neben Essen und Trinken auch noch mit Batterien eingedeckt. Zum Glück bekommt man ja AA-Batterien fast überall. Macht schon Sinn so ein GPSMap-Gerät. Gebraucht hab ich die Batterien übrigens nicht, da ich im „Blindflug“ den anderen hinterher gefahren bin und nur selten mal aufs Navi geschaut habe.

Nach längerer Pause gings dann weiter im wilden Ritt der Gruppe. Durch die Boberger Niederung mit einem sehr „abenteuerlichen“ Weg, wenn ich mich noch richtig erinnere. Landschaftlich beeindruckt hat mich dann etwas später der Öjendorfer Park mit dem Öjendorfer See. Auch wenn es „dunkel“ war. Zur linken der See, in dem sich der Mond spiegelt, zur Rechten Wiesen und in der Ferne der Wald und vor mir viele Rücklichter und Scheinwerferkegel wie auf einer Perlenkette aufgereiht. Und der Abstand zum letzten Rücklicht wird immer größer, bis es irgendwann hinter einer Biegung verschwindet und ich völlig allein durch die Dunkelheit rolle. Da hab ich mich schon gedanklich darauf eingestellt, den Rest der Runde alleine durch die Nacht zu rollen und mich gefreut, die Batterien gekauft zu haben. Am Ende des Parks die Überraschung: Alle warten auf mich und nach kurzer Pause geht es weiter.

Eine Mischung aus Erleichterung, Dankbarkeit und Angst zu nerven/zu sehr zu bremsen macht sich breit…

Irgendwo in den folgenden Schrebergärten zwischen hier und Flughafen (ich habe keine Ahnung, wo wir alles langfahren und mittlerweile völlig die Orientierung verloren, halte die A24 für die A7 etc.) erwischt es mich. Der Weg wird schmaler und schmaler unf völlig unerwartet zieht mir eine Bromber-Ranke quer durchs Gesicht. Die Streifen werde ich noch eine Weile mit mir herumtragen – Mann, brennt das! Zum Glück hat es nur das Augenlid erwischt.

Im Links- Rechts- Gewusel wird es immer wichtiger, das letzte Rücklicht vor mir nicht aus den Augen zu verlieren. Oft fährt noch ein Ortskundiger hinter mir (Danke Harald, Danke alle!), der mir den Weg nennen kann. Nach und Nach verabschieden sich die ersten Fahrer und machen sich auf den Weg nach Hause, wenn sie in der Nähe vorbei kommen. Am Flughafen vorbei, durchs Niendorfer Gehege kommen wir langsam in Regionen, wo ich zumindest schon mal war.

Im Volkspark dann nochmal richtige Quälerei, Wo kommt nur dieser Hügel her? Zum 2. Mal heute muss 28/32 herhalten, aber irgendwie schaffe ich es, ohne umzufallen und ohne abzusteigen mich hoch zu quälen. Hinterm Volkspark verabschiedet sich auch Harald, sodass wir zu sechst die letzten KM in Angriff nehmen. Um kurz vor 4 rollen wir am Zielpunkt in Teufelsbrück ein. Was für eine Erleichterung – Geschafft! Und sogar mit der Gruppe angekommen und nicht alleine als „Treibholz“ durch die Nacht getrieben.

So dicht und doch so fern… Neben dem Hochhaus steht mein Auto!

Sebastian und ich haben unsere Autos in Finkenwerder geparkt. Bis zur ersten Fähre in Teufelsbrück sind es 2,5 Stunden, also beschließen wir, mit den anderen entlang der Elbe nach Övelgönne zu fahren. Dort wird die erste Fähre ca. 1 Stunde früher fahren. Leider geht die Rechnung nicht ganz auf, die erste Fähre kommt am Samstag um 5:56, wir hatten 5:35 im Kopf (das ist Abfahrt an den Elbbrücken). Also haben Sebastian und ich knappe 2 Stunden, um uns auf dem Anleger auszuruhen. Mit der Zeit wird es aber ganz schön frisch. Die Sonne geht zwar auf, erreicht aber den Ponton am Nordufer erst kurz vor Abfahrt der Fähre.

Selten so gefreut, dass eine Fähre kommt (auch wenn diese in die falsche Richtung fährt).

Um kurz nach 6 sind wir dann in Finkenwerder, ich zeige Sebastian den Weg zu seinem Auto (trotz Wochenmarkt zum Glück (noch) nicht abgeschleppt). Alleine fahre ich zurück zum Rüschpark zu meinem Auto. Packe meine Sachen ein und fahre zurück nach Hause. Unterwegs noch Brötchen holen und pünktlich um 7 zu Hause bei den Lieben. Alle schlafen noch…

Danke an alle Mitfahrer fürs Mitnehmen und fürs warten! Lars, danke für die Idee und die Durchführung.

Tanja, Danke, dass ich dieses Abenteuer erleben durfte!

Elapsed Time Moving Time Distance Average Speed Max Speed Elevation Gain
07:01:56 05:32:39 101.09 18.23 39.96 384.10
hours hours km km/h km/h meters
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Hansegravel Teil III

Die zweite Nacht war deutlich besser. Trotzdem bin ich früh wach – komme aber leider erst ab 7 Uhr an mein Rad ran und Frühstück soll es erst um 8 geben. Das ist mir zu spät! Also pünktlich um 7 um Herausgabe des Rades bitten, auschecken, beladen und los.

Leider hat der angepriesene Bäcker auf der anderen Straßenseite auch noch geschlossen, also muss es auch ohne Frühstück auf die ersten KM gehen. Zurück Richtung Track: Straße gesperrt wegen Bauarbeiten – ich mogel mich mal durch. Am Bahnhof ein Beinahe-Zusammenstoß eines Zuges mit Vater und Tochter auf Rädern, weil man ja eben schnell noch durch die erste schließende Schranke durch muss. Gutes Vorbild für die ca. 13-14 Jährige!

Nach ein paar KM im Wald erstmal ein Frühstück eingelegt mit dem, was die Packtaschen so hergeben. Ein bisschen Studentenfutter und ein Riegel müssen auch mal reichen.

Es ist kühl, die Feuchtigkeit des Regens der letzten Nacht liegt noch in der Luft. Wasser tropft noch von den Bäumen – herrliches Radfahr-Wetter für mich! Die Sandwege sind dadurch teilweise etwas fester und besser fahrbar. Aber nur teilweise… Vielleicht liegt es auch an meinen nicht vorhandenen Kräften, dass ich auf Sand trotzdem viel schiebe.

In Parkentin am Bäckerwagen genehmige ich mir ein erstes richtiges Frühstück und nehme auch gleich noch ein bisschen Verpflegung mit auf den Weg – LECKER!

Über wunderschöne Wege ist bald Rostock erreicht. Am Zoo führt mich der Track einmal in die Irre – GPS Empfang scheint durch die nassen Bäume etwas beeinträchtigt. Nachdem ich einige „leicht“ angetrunkene Hansa-Fans in der Südstadt erfolgreich umkurvt habe und mich dabei gefragt habe, ob diese auf dem Rückweg von einem Spiel am Freitag abend oder auf dem Hinweg zu einem Spiel am Samstag Nachmittag waren, genehmige ich mir ein drittes Frühstück. Essen ist wichtig!

Am Bahnhof brauche ich einen Moment, bis ich begreife, dass der Track DURCH den Bahnhof führt. Ich habe ein paar Minuten eine Unterführung links und rechts vom Bahnhof gesucht.

In der Altstadt werde ich von einem Passanten angesprochen, ob ich den Hansegravel fahre. Leichtes Erstaunen meinerseits, dass er die „Veranstaltung“ kennt wird damit beantwortet, dass einige seiner Bekannten wohl auch hier unterwegs sind – angenehm!

Noch angenehmer ist es, als ich Rostock endlich wieder verlassen kann. Mit jedem Tag genieße ich die Einsamkeit und die Ruhe mehr. Bis dahin gibts noch ein paar Erheiterungen. Radwege mit angeblich 12% Gefälle, wo man bitte aufgrund des Gefälles absteigen möge. Wenn das 12% sind möchte ich nicht wissen, was wir an anderen Stellen gefahren sind. Abgestiegen bin ich jedenfalls nicht. Beim Queren der B105 vor Häschendorf dann der nächste Nerv-Punkt: Die Fußgängerampel hat auf meine Signal-Anforderung trotz mehrfacher Betätigung ignoriert. Also so durch den dichten Verkehr quer über die Bundesstraße gewurschtelt.

Zwischen Mönchhagen und Rövershagen mit Blick auf Karls Erlebnishof noch ein Frühstück eingeschoben und darüber sinniert, warum so viele Auswärtige über diese kleine Nebenstraße rasen müssen. Und wie man aus „Nichts“ so einen Anziehungspunkt machen kann. Diesmal hatte ich immerhin keine Kinder dabei, denen ich einen Besuch bei Karls Erlebnishof ausreden musste. Die Erdbeeren sind leider noch nicht reif, das wäre auch ein schönes Frühstück gewesen.

Dann wird es endlich wieder ruhiger. Quer durch die Rostocker Heide nach Gelbensande. Mitten im Wald treffe ich Gerhard, der für die Nacht in einer Betonröhre Zuflucht vor dem Gewitter gesucht hat. Mitten im Wald. Respekt!

Heute ist für mich der Tag der unterschiedlichen Betonplatten. Immer wenn ich denke, dass ich alle Arten von Betonplatten und alle Auslegearten kenne kommt hinter der nächsten Kurve garantiert eine andere Art Betonplatten oder eine neue Auslegeart. Sensationell! Vor allem auch, wie unterschiedlich gut oder schlecht sich die unterschiedlichen Platten- und Verlegearten fahren lassen.

Auch gibt es neben dem schon erwähnten nassen Sandwegen heute richtige Matsche, richtige Ackerpampe. Da zeigt sich mal wieder, dass die Idee mit den Schutzblechen nicht so gut war. Dazu später aber noch mehr.

Nach über 5 Stunden Fahrt und erst 55 km auf dem Tacho erreiche ich Ribnitz-Damgarten. Am Hafen ist es Zeit zum Mittagessen. Zeit braucht man hier wirklich. Und zwar viel davon. Über 30 Minuten benötigt man für ein einfaches Gericht wie Fish & Chips. Aber wenigstens lecker wars!

Zum Glück ging es direkt wieder auf kleinen Nebenwegen aus der Stadt heraus. Kurz nach Damgarten kam dann ein weiteres Highlight aus der Kategorie: Der Mensch ist ein Herdentier. Der Track ließ vermuten, dass der Weg über eine Wiese führt, statt über den parallel 3 m tiefer liegenden Weg. Die Fahrspur über die Wiese war eindeutig Graveler-Machart. Also ab über die Wiese, vielleicht geht ja der Weg in eine ganz andere Richtung und dort kann man nicht wieder zurück… Nach ca. 500 m endet der „Wiesenpfad“ wieder ganz profan auf dem Feldweg. Der Track ist der Track ist der Track…

Hinter Dettmansdorf läuft es dann richtig gut. So gut, dass ich den Abzweig des Tracks verpasse und dies erst nach mehreren 100 Metern merke. Also zurück, natürlich Bergauf und mit Gegenwind.

Diese Episode erinnert mich auch an den Wechsel des Tracks nach 200 km Gesamtstrecke. Auf einmal ist auf meinem Navi kein Track mehr zu sehen! Ich halte an, fahre 1 km zurück, um dann festzustellen, dass ich weiterhin auf dem Track war, nur das Trackende erreicht war. Mir fehlt da anscheinend eindeutig die Erfahrung…

Die schlammigen Abschnitte werden immer anstrengender, der Schmodder wird pappiger. Während der nasse Sand am morgen nur für etwas Knirschen gesorgt hat setzt sich nun insbesondere das hintere Schutzblech permanent zu. Mehrmals halte ich an, um mit Stöckern das Hinterrad wieder halbwegs freilaufend zu bekommen und die Pampe da heraus zu pulen. Doofe Idee mit diesen Dingern.

Zu allem Überfluss erwische ich dann auch noch einen Ast blöd und blockiere mir das Hinterrad. Zum Glück sind alle Speichen heile und zum Glück ist auch dem Rahmen nichts passiert. Einem anderen Graveler hat es bei einer vergleichbaren Aktion die Carbon-Sitzstrebe zerschlagen. Jetzt schleift nur das Schutzblech entgültig. Streben richten reicht nicht, ein Streben-Ende hat sich unter das Schutzblech gedrückt. Leider habe ich keinen 8er Schlüssel dabei und kann es daher nicht richten. Aber wozu hat man Kabelbinder dabei?

Schutzblech auf Abstand halten.

Trotz dieser Bastellösung ist der Abstand jetzt natürlich noch schlechter als vorher und das Schutzblech setzt sich noch schneller zu.

Hinter Stakow mache auch ich ein Foto des anscheinend meist fotografierten Baumes in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Wenn ich mir die anderen Posts so anschaue.

Über wunderschöne Nebenstraßen und Feldwege nähere ich mich langsam Stralsund. Nochmal kurz an der Tankstelle „aufladen“, ein bisschen entlang der B105 rollen und schon ist Stralsund fast in Sicht. Schon von weitem sichte ich das Hotel am Hansedom, welches ich mir am Vormittag gebucht hatte. Schön, ein Ziel vor Augen zu haben.

In Vogelsang gibt es nochmal ein besonders „schönes“ Stück Betonplatten, hauptsache es rappelt… Nach 110 km und 10,5 Stunden rolle ich am Hotel ein und werde an der Rezeption mit den Worten „Wollen Sie etwa auch nach Stettin fahren? So einen Bekloppten hatten wir letzte Nacht schon hier!“ begrüßt.

Zum Ende meiner Tour gibts dann immerhin auch mal ein Störtebeker Bernsteinweizen. Zwar nicht mein Liebing aber doch lecker!

Elapsed Time Moving Time Distance Average Speed Max Speed Elevation Gain
10:29:35 07:48:13 110.21 14.12 36.72 475.90
hours hours km km/h km/h meters

Link zu Strava: https://www.strava.com/activities/2325865133


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Hansegravel Teil II

Nach einer sehr unruhigen Nacht mit wenig Schlaf entscheide ich mich um halb 6 aufzustehen. Zu viele Gedanken gehen mir durch den Kopf, zu viel habe ich die Strecke vom Vortag noch zu verarbeiten, zu fertig ist mein Körper. Ich habe keine Ahnung, wie ich weiter fahren soll an diesem zweiten Tag. Rad kurz checken, etwas Öl auf die Kette, Taschen wieder befestigen und zum Frühstück.

Um 7:18 sitze ich bei noch leicht bewölktem Himmel wieder auf dem Rad, deutlich kühler als am Vortag ist es. Eher mein Wetter. Ich rolle langsam los Richtung Priwall-Fähre, bin dort das einzige Mal bewußt dem Track nicht treu – keine 500m zurück und auf den Panoramaweg sondern auf direktem Weg „vorwärts“ auf den Track.

Auf der Fähre treffe ich einen Mit-Graveler, der erst am Morgen mit dem Zug nach Travemünde gekommen ist und „hinterher“ gefahren ist. Leider weiß ich weder Namen noch „Startnummer“. Auf den Wegen durch Priwall habe ich ihn schnell aus den Augen verloren. Was ist nur aus dem kleinen verschlafenen Priwall geworden, welches ich 1995 bei meiner Abi-Tour kennengelernt habe? Wo sind die kleinen Holzhütten in den „Schrebergärten“ geblieben? Warum hat man alles mit modernen Ferienhäusern zugepflastert? Sah das 2005, als ich das letzte Mal hier war, auch schon so aus? So hat Priwall einen Teil seines Charmes und Reizes für mich verloren. Also „schnell“ weiter. Heute ist die ehemalige Grenze nicht mehr zu erkennen, auch das war schon mal anders. Jetzt bin ich also in Mecklenburg Vorpommern.

Endlich sind die Wege so, wie ich sie mir für eine Gravel-Tour erwartet habe. Schotterstraßen in unterschiedlichen Varianten und Ausprägungen. Feiner Schotter, grober Schotter, Sand mit Schotter, fester Schotter, loser Schotter… Rechts von mir regnet es ordentlich, werde ich trocken bleiben? In Kirch Mummendorf Ausbau kommen Blitz und Donner in der Ferne dazu. Schnell weiter!

Wie so Viele vor mir verpasse ich kurz vor Kirch Mummendorf den Track und schiebe quer über den frisch gepflügten Acker. Fahren für mich zumindest unmöglich. Nicht zum ersten Mal verfluche ich denjenigen, der sich diesen Mist ausgedacht habe. Bis ich dann unten an der Straße sehe, dass es wohl mein Fehler war und nicht der Trackplaner Mist gebaut hat.

In Kirch Mummendorf erwischt mich dann doch noch der Regen. Ich stelle mich an einer Scheune unter und ziehe meine Regenjacke an. Als ich mit anziehen fertig bin ist es schon wieder Trocken und ich fahre mit Jacke weiter. Nach wenigen KM halte ich an und ziehe mich wieder um. So kann man die Zeit auch verbringen.

Die Wege werden jetzt auch wie angekündigt sandiger. Wie auch immer man das fahren soll – mit einem Fatbike vielleicht, mit meinem aktuellen Setup: Unfahrbar. Also Schieben, Schieben, Schieben.

Durch die sichere Erkenntnis des ersten Tages, dass ich den Hansegravel nicht komplett schaffen werde bin ich heute viel entspannter. Das Schieben stört mich nicht, der Acker stört mich nicht, der Sand stört mich nicht, ich versuche auch nicht mehr, auf den „flachen“ und gut fahrbaren Strecken Tempo zu machen sondern fahre einfach nur gleichmäßig im Schneckentempo weiter.

Nach 3 Stunden erreiche ich Grevesmühlen (33km geschafft heute) – Zeit für Kaffee und Kuchen!

Nach Grevesmühlen geht es eine lange Treppe hoch, zum Glück mit „Schieberinne“ neben der Treppe. Leider bleibe ich auch hier öfter mit meiner Packtasche an Ästen und ähnlichem hängen. Oben genieße ich kurz den Ausblick auf den Klützer Winkel, später sehe ich, dass das hier wohl ein beliebter Übernachtungs-Spot war. Hier treffe ich Christoph aus Celle, mit dem ich die nächsten KM bis Wismar gemeinsam rollen werde. Ich bremse ihn nur aus, aber er scheint das zusammenfahren sehr zu genießen nach seinem Sturz am Start.

Kurz vor Wismar kommen wir dann direkt an die Ostsee und machen erstmal eine kleine „Zigarettenpause“. Auch das Essen klappt heute viel besser, regelmäßig Studentenfutter hilft ungemein. Auf dem Weg am Wasser entlang dürfen wir dann „bestaunen“, was die modernen E-Bikes so können. Absteigen im tiefen, losen Sand? Nicht erforderlich, einfach mit niedriger Drehzahl durch, den Rest erledigt schon der Motor…

Ich habe schon lange beschlossen, in Wismar eine Mittagspause mit warmen Essen einzulegen (nach ca. 60 km und über 5 Stunden unterwegs keine schlechte Idee…). Daher verabschiede ich mich am Ortseingang von Christoph und fahre wieder etwas langsamer weiter, während er mir schnell enteilt. Leider hab ich seitdem nichts mehr von ihm gehört und gesehen, ich hoffe Du bist gut nach Stettin gekommen. Am Hafen treffe ich einige andere Graveler, die sich gerade wieder auf die Abfahrt vorbereiten. Bin also noch lange nicht alleine unterwegs. Ich freue mich, als ich Wismar endlich hinter mir lassen kann und wieder die Ruhe genießen kann. Mit Blick aufs Wasser setze ich mich auf eine Bank und beschließe, die kommende Nacht voraus zu planen und buche ein Zimmer in Bad Doberan. Das Wissen, noch ca. 50 km vor mir zu haben setzt neue Kräfte frei. So mache ich mich langsam aber gleichmäßig wieder auf den Weg.

Langsam komme ich in den langersehnten Flow, genieße einfach nur noch das Wetter, die Landschaft und die Einsamkeit. Ja wirklich, die Einsamkeit – nur ich, mein Rad, die Natur und meine Gedanken – HERRLICH! Immer froh, einen Ort zu erreichen, mal an einem Haus oder auf dem Friedhof die Trinkflaschen füllen und ein freundliches „Moin“ oder ein kurzes Gespräch. Und dann wieder: RUHE! Hasen, Rehe, Wildschweine, Adler und Bussarde. Und ich.

Trotzdem ist bei Jörnstorf beim Queren der B105 die Versuchung groß, auf den gut ausgebauten Radweg abzubiegen. Der Wegweiser verspricht, dass Bad Doberan in 16 km erreicht ist – Die für mich sehr hilfreiche „Marschtabelle“ verspricht noch ca. 20 km. Verlockend! Aber der Track ist der Track… Also die Bundesstraße und die Bahntrasse queren und ein weiteres Kleinod des Wegebaus bewundern. Einfach mal gerade über einen Wiesenhang hinauf hatten wir noch nicht – eine Fahrspur war aber erkennbar und nicht nur von uns Hansegravelern…

Danach kommt für mich das Strecken-Highlight des 2. Tages. Gut ausgebaute Schotterpisten mit wenig Schlaglöchern, teils mal mit Beton-Fahrspuren, teils mit Gras-Streifen in der Mitte. Einfach toll zu fahren.

Als dann noch ein Trecker mit Güllefass auf einem schönen Sandweg die Verfolgung aufnimmt, werde ich gleich noch ein bisschen „schneller“. Vom Schneckentempo zum Kriechgang, aber das ist mir egal!

So vergehen die letzten 20 km gefühlt wie im Flug, auch wenn ich in der Realität noch 1,5 Stunden dafür brauche. Auch dank der schönen Ortsdurchfahrt in Kröpelin. Wer will schon den direkten Weg an der Hauptstraße entlang nehmen, wenn es auch einen schönen Kopfsteinpflaster-Anstieg zum Bahnhof mit entsprechender Kofpsteinpflaster-Abfahrt gibt? Zum Glück hat mich niemand fluchen gehört…

Schließlich rolle ich die letzten KM nach Bad Doberan rein, Etappenziel geschafft. Am Abend treffe ich mich noch mit Schwester und Schwager zu einem kurzen Abendsnack. Sie machen Urlaub in Warnemünde und haben es sich nehmen lassen, mit dem Taxi nach Bad Doberan zu kommen, um mich zu sehen und zu unterstützen. DANKE dafür!

Elapsed Time Moving Time Distance Average Speed Max Speed Elevation Gain
10:56:03 08:33:18 116.35 13.60 60.84 707.80
hours hours km km/h km/h meters

Strava-Link: https://www.strava.com/activities/2325865159


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Hansegravel Teil I

Jetzt ist es endlich soweit, die Zeit der Planungen, Vorbereitungen, Wetterprognosen checken, Material „optimieren“ ist vorbei. Es geht los!

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit der Familie mache ich mich pünktlich auf dem Weg zum Bahnhof, um mit dem Metronom nach Hamburg zu fahren und vom HBF zum Start in Entenwerder zu rollen. Angekommen in Tostedt der erste Frust: Der geplante Zug um 8:30 entfällt ersatzlos…

So komme ich erst um 9:30 Uhr in Hamburg Hauptbahnhof an und quäle mich durch das Gedränge bis ich dann endlich mit dem Rad Richtung Entenwerder starten kann. Um kurz vor 10 dann endlich da, die ersten „Frühstarter“ kommen mir schon entgegen.

Schnell bei René das Cap „eingesammelt“, der knappen Ansprache zum Start gelauscht und dann langsam auf den Weg gemacht. Auf dem Weg in die Stadt noch kurz Harald gesehen, leider die einzige Begegnung auf der Tour.

Los gings gleich wie bei den Cyclassics im wilden Ritt durch die Stadt und an die Alster. Ruhig bleiben, nicht von den anderen mitreißen lassen… Hab ich mir zwar immer wieder gesagt, hat aber nicht so richtig gut geklappt. An der ersten Treppe an der Alster: vielleicht doch keine so gute Idee mit so viel Gewicht auf der Vorderachse? Ordentliche Plackerei, das AWOL dort hoch zu wuchten. Und schon hat sich auch die erste Packtasche das erste Mal los gerappelt. Anhalten, neu festmachen, weiter…

Ein malerischer Weg durchs Alstertal, wenn nur die ganzen Anstiege und die kleinen Singeltrail- und Wurzelpassagen nicht wären. Teilweise für mich nicht fahrbar und meine Packtaschen zu breit. Schnell ist Kayhude erreicht, als Ortsunkundiger finde ich die Tanke natürlich nicht aber kurz danach kommt ja zum Glück ein Hofcafe mit der Möglichkeit, „nachzutanken“. Und auch die Befestigung der Packtaschen nochmal zu justieren und die Packtaschen jeweils mit einen zusätzlichen Spanngurt fest zu zurren. Ein paar KM weiter ist die Packtasche wieder locker, so gehts jeden Tag 4-5 mal. Ob mit Spanngurt oder ohne ist egal, daher fahre ich ab Tag 2 wieder ohne weiter.

Wunderschöne Wege mit anspruchsvollen Anstiegen (für mich, mein Gewicht, meine Fitness, meine Übersetzung). Das heißt: viele Schiebepassagen. Und Bergab auch häufig mit gebremsten Schaum, da viele schlecht einsehbare Kurven, Sand auf der Straße etc.

Auf der Bahntrasse vor Bad Oldesloe bewährt sich dann das Tubeless-Setup erstmalig. Vom Vorderrad spritzt mir die Dichtmilch entgegen, der Reifen ist sehr schnell dicht und ich kann einfach weiter fahren. Andere verbringen auf dem Stück einige Zeit mit Flicken und Pumpen.

In Bad Oldesloe merke ich das erste Mal, dass ich es vielleicht ein bisschen zu schnell angegangen bin und zu viele Körner schon verschossen habe. Aber andererseits liege ich hinter meiner Marschtabelle für Hansegravel in 4 Tagen weit zurück. Da müsste ich eigentlich schon viel weiter sein. Also nur einen schnellen Kaffee und ein Stück Kuchen und weiter…

Ab jetzt geht es die Trave entlang, die Alster liegt hinter mir. Vom Zufluss zur Nordsee zum Ostsee-Zufluss. Sind so Gedanken, die mir dabei durch den Kopf gehen bis irgendwann die ersten Vororte von Lübeck erreicht sind und meine Erschöpfung immer weiter steigt. Ziemlich fertig lasse ich mich auf eine Bank an der Trave am Lübecker Ruderclub fallen. Eigentlich bin ich fest entschlossen, zum Bahnhof zu fahren und mit dem nächsten Zug nach Hamburg zurück zu fahren. Zu groß ist die Enttäuschung, dass ich den Hansegravel in 4 Tagen nicht schaffen werde. Zu erschöpft bin ich jetzt schon, nach noch nicht einmal 100 km. Ich telefoniere mit meiner Frau, um sie über meinen Entschluss zu informieren und kassiere einen gewaltigen Arschtritt für meinen Gedanken aufzugeben! Danke nochmal dafür – die Drohung zu Hause nicht eingelassen zu werden zeigt Wirkung, einen Schlüssel habe ich nicht mit – irgendwo muss man ja anfangen, Gewicht zu sparen…

Ich entschließe mich also, weiterzufahren. Travemünde nehme ich mir als Etappenziel für Tag 1 vor. An der Trave entdecke ich eine Tankstelle, wuchte mein Rad (ja, immer noch sackschwer!) 5 Treppenstufen hinauf und verpflege mich. Danach wieder 5 Treppenstufen runter, um 50 m weiter festzustellen, dass der Track direkt neben der Tankstelle rauskommt und 100 m weiter eine Tankstelle direkt am Track liegt. Trail Magic stell ich mir anders vor…

Endlos langsam quäle ich mich aus Lübeck heraus. Der Holperpfad entlang der Trave raubt mir an diesem Tag den letzten Nerv. Den Weg durch das malerische Dörfchen Gothmund kann ich nicht mehr genießen, auch die Touristen nerven nur noch. Endlich ist der Bus-Shuttle am Herrentunnel erreicht. Pause, sitzen, etwas erholen… Natürlich nehme ich nur meine fast leere Trinkflasche mit in den Bus und vergesse mein Essen am Rad.

Jetzt geht es noch über einige schöne Wald-Abschnitte. In Travemünde-Ivendorf entscheide ich mich, im Hotel Grüner Jäger einzuchecken und nach 110 km auf dem Track meine erste Übernachtung einzulegen. Zu mehr waren Körper und Geist auch nicht mehr in der Lage.

Elapsed Time Moving Time Distance Average Speed Max Speed Elevation Gain
08:29:07 07:12:28 110.61 15.35 77.04 561.20
hours hours km km/h km/h meters

Link zu Strava: https://www.strava.com/activities/2325865386

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Hansegravel 2019 – Vorschau

Am 25.04. startet die erste Auflage des Hansegravels (www.hansegravel.com). In einem Anflug von Wahnsinn habe ich mich direkt nach Veröffentlichung dort angemeldet. Es handelt sich um eine Bikepacking-Tour von Hamburg nach Stettin entlang des Hanseatenwegs (https://www.naturfreunde.de/hanseatenweg). Die Strecke ist gute 600 km lang.

Ich plane, am Sonntag mit der Bahn zurück zu fahren, egal wie weit ich bis dahin gekommen bin. Jetzt muss ich langsam anfangen, zu „trainieren“ und mich mit der Ausrüstung beschäftigen. Ich habe noch nie eine Bikepacking-Tour gemacht und letztes Jahr auch nur gute 600 km insgesamt auf dem Rad gesessen…

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Watopia – ein erster Test auf ZWIFT

Die Rollenzeit rückt näher und immer mehr KM finden drinnen auf der Rolle statt. Auch wenns bei mir im Moment wenig Kilometer sind.
Letzte Woche bin ich wieder auf Zwift gelandet, im letzten Herbst hatte ich es mir schon mal angeschaut, dann aber wieder aus dem Blick verloren und „nur“ mit der Real-Software gefahren.
Gestern habe ich endlich ein Stündchen Zeit gefunden, eine erste Testfahrt auf Zwift zu machen. Also: Rolle aufgebaut, ANT+-Dongle an den iMac und los. Hmmm, zwar alle Sensoren (Rolle, Leistungsmesser, Trittfrequenz, Herzfrequenz) erkannt aber mein Avatar fährt nicht los.
Also Zwift nochmal geschlossen und neu gestartet. Wieder alle Sensoren erkannt und los gefahren. Jetzt funktionierts!
Wow, das fühlt sich gut an. Tolle Landschaftsbilder in dieser Virtuellen Umgebung, tolle Auflösung. Und um einen herum lauter Radfahrer. Viele (na gut, die Meisten!) natürlich deutlich schneller als ich aber auch einige unterwegs, die genauso langsam sind wie ich.
Kurz nach dem Start beginnt der lange Anstieg. Wie zum Teufel soll man hier in unter 2 Minuten hoch fliegen können? Vom KOM bin ich meilenweit entfernt. aber egal! Leistung möglichst konstant halten, Puls halbwegs im Auge halten, Trittfrequenz auf 80 halten und los. Das fühlt sich real an. Die Leistung/der Widerstand der Rolle passt sich sehr flüssig und dynamisch an die Steigungsangaben an. Deutlich realistischere Widerstandsänderungen als bei der Elite Real-Software. So fühlt es sich zumindest beim ersten Test an.
Bergab? Da kommt dann das „Problem“ der Elite Rolle im Vergleich zu anderen Rollentrainern hat. Das Hinterrad bleibt sofort stehen, wenn man aufhört zu treten. Auf Zwift fährt man aber immerhin mit einer realistischen Geschwindigkeit bergab (nicht so wie in der Real Software, dort hält man auch direkt an, wenn sich das Hinterrad aufhört zu drehen). Nur wenn man dann wieder antritt wird das sehr sehr schwer, vor allem wenn dann schon wieder ein leichter Anstieg ansteht. Aber trotzdem: Im Vergleich zu der Elite Real Software ein deutlich realistischeres Gefühl. Als wen man mit 53/11 bergab rast, dann rollen lässt und in einem dicken Gegenanstieg zu spät anfängt zu treten und vergessen hat, zu schalten.

Insgesamt: 2 Runden auf Watopia gedreht, macht Spaß! Mal schauen, ob das auch was für längere Einheiten ist. Gestern hat es leider nur für 45 Minuten gereicht.

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Der Mond

Supermond, Blutmond und was gab es nicht noch alles für Bezeichnungen in der Presse für das Himmelsschauspiel, welches sich am 27./28.09.2015 ereignet hat. Eine Vollmond, totale Mondfinsternis (ja, dann muss Vollmond sein), Supermond und alles auf einmal und sogar aus Mitteleuropa zu erkennen, da es sogar nachts stattfindet.

Ich finde, ein Ereignis, dem man durchaus mit einer Radtour durch die Nacht widmen kann.

Da der Zeitpunkt der Mondfinsternis jedoch am 28.09. morgens zwischen ca. 4 und 5 Uhr ist und das eine ziemlich unchristliche Zeit ist, wenn man eine harte Arbeitswoche vor sich hat, starte ich diese Runde abends am 27.09., um dem Mondaufgang zu erleben.

Leider war der Mondaufgang im Osten durch sehr viele Wolken am Horizont getrübt, so gab es ihn nur mal in Ausschnitten zu sehen. Trotzdem ein toller Anblick, wie diese riesige Kugel langsam über dem Horizont erscheint. Heute morgen die Mondfinsternis war hier leider gar nicht zu sehen, dicke Wolken Richtung West/Sü-West. Im Osten sehr viele Sterne aber leider kein Mond zu sehen.

Ja, ich bin doch um 5 Uhr aufgestanden, das kann man doch nicht verpassen. Gegen meine innere Uhr bin ich da chancenlos…

Aus gegebenem Anlass führte mich meine Tour zum Steinplanetarium in Anderlingen (http://www.anderlingen-brunkhorst.de/Tourismus/SteinErlebnisRoute/steinerlebnisroute.html). Zumindest zum Zentrum des Sonnensystems. Hier wird das Sonnensystem im Maßstab 1:170 Millionen dargestellt. Die Sonne ist damit gerade mal noch 2m groß im Durchmesser.

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Stille

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie still es in unserem dicht besiedelten Land wird, wenn die Nacht herein bricht. Einfach ein tolles Gefühl, wenn die Sonne langsam am Horizont untergeht (ok, gestern leider zwischen den Wolken verschwunden ist), langsam Nebel aus den Feldern und Wiesen aufsteigt, der Mond noch eine Weile das Fahrradlicht unterstützt…

Ab und zu muss man noch einem Reh ausweichen, die Vögel begeben sich mit lautem Gezwitscher zur Ruh, gelegentlich erscheint noch eine Katze oder ein Hase.

Und dann: Absolute Ruhe! Aber auch absolute Dunkelheit, wenn man zwischen zwei Maisfeldern entlang oder durch ein Waldstück fährt. Da ist das Aufblitzen des Mondes manchmal schon sehr beruhigend. Die Sinne werden geschärft, Gerüche werden viel deutlicher und Geräusche, wenn es denn etwas gibt, viel intensiver. Aber eigentlich gibt es nur noch das Rauschen des Fahrtwindes unter dem Helm.

Zeit, Geschwindigkeit, Raum? Ja, sind vorhanden aber in dem Moment nicht mehr relevant, wo der Garmin nicht mehr abgelesen werden kann in der Dunkelheit. Wie schnell fahre ich? Wie ist die Trittfrequenz? Wie weit bin ich gefahren? All das tritt in den Hintergrund und macht den Raum frei für ein ganz besonderes Erlebnis. Es zählen nur noch mein Fahrrad und ich, meine Beine. Mein Kopf schaltet ab und die Gedanken gehen auf Reisen, fangen an zu träumen. Und doch: immer der Fokus auf den kleinen Lichtkegel vor meinem Vorderrad! Hellwach, um Schlaglöcher oder Dreck rechtzeitig erkennen zu können.

Eine interessante Mischung aus hoher Konzentration und Entspannung macht sich breit.

Oh schade, ein Auto kreuzt meinen Weg; Ablenkung für wenige Sekunden und schon ist es um die nächste Ecke verschwunden. Erstaunlich, wie schnell die Nacht sowohl das Licht als auch die Geräusche schluckt. Eine Gruppe Radfahrer kommt entgegen, freundliches Grüßen aus vielen Kehlen. Und dann: Wieder diese absolute Stille.

Leider viel zu schnell zu Ende diese Tour durch die Nacht, die Autobahn kommt in Sichtweite. Schnell nach Hause und unter die warme Dusche, zurück in die angenehme, warme Welt!

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Spätsommer oder Frühherbst?

Das ist so die Frage, die man sich stellen kann/muss wenn man in diesen Tagen abends noch eine Runde mit dem Rad drehen möchte. 3/4-Hose und ein dünnes Langarm-Trikot sind auf jeden Fall nicht verkehrt, gerade im Schatten wird es schon früh schattig, auch wenn in der Sonne die Temperatur noch angenehm ist.

Wenn man durch die Wiesen und Felder fährt stehen auch alle Zeichen auf den nahenden Herbst. Die Maisfelder werden langsam braun, die ersten Kraniche sind im Herbstquartier und füllen die Energiespeicher auf… Noch sind es keine Massen aber doch deutlich mehr als noch vor wenigen Wochen.

Das CX ist auf den Winter vorbereitet. Ich habe ihm 28er Conti 4 Seasons und Bluemels-Schutzbleche verpasst. Die Montage der Schutzbleche ist etwas fummelig und am Hinterrad etwas knapp (Strebe auf der Bremsen-Seite ist zu kurz). Aber es funktioniert. Auch wenn ich sicherlich damit kein Regenfahrer werde: ein kurzes Schauer oder nasse Straßen lassen sich damit sicherlich einfacher ertragen. Natürlich sind jetzt auch Speichenreflektoren montiert und die Beleuchtung ist auf jeder Tour dabei.

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CX Mühle

CX

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Perfektes Crosswetter

Heute wars mal wieder perfektes Crosswetter. Leichter Schneefall, 5 cm Pulverschnee, knapp unter 0 Grad warm. Ordentlich anziehen und ab in den Schnee. Da sind die Disc-Bremsen jeden Cent wert!

Zum Glück ist man beim Crossen nicht wetterabhängig und braucht keinen Sportplatz, auch wenn eine feste Crossrunde schon Vorteile hat!

Schaltung läuft einwandfrei auch bei dicker Eispackung. Zumindest für 2 Stunden, viel länger hält mans bei dem Wetter ja nicht draußen aus.

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